Trail du Petit Ballon 55,4 KM – 2400HM
Nach einer Übernachtung in Colmar mit meiner Claudi, stand ich am Sonntagmorgen am Start des inzwischen über 55 KM langen Laufs mit 2500 Höhenmetern. Startschuss und los. Inmitten von ca 1000 Trailer/innen fühlte ich mich richtig wohl. Kein blick auf die Uhr ob die Pace stimmt, einfach nur mit dem Feld mitrollen und die Landschaft genießen. Die ersten Kilomter waren ein Auf und Ab durch die Weinberge, herrlich! Auch der weitere Streckenverlauf auf der geänderten Runde zum Vorjahr war wirklich schön zu laufen. Es war genau die richtige Dosis mit der ich lief. Eine Mischung aus „genieße die Natur und die Strecke“ und der nötigen Ambition um nicht ins wandern zu verfallen :-).
Mein zurückhaltender Start hatte sich bestens ausgezahlt , das spiegelt sich auch wunderbar in der Ergenisliste wieder. Ich wurde bei der ersten Kontollstelle zwar noch als 234igster gescannt, ins Ziel kam ich aber auf den Gesamtplatz 143. Ich würde mal sagen das hat einfach richtig gut gepasst. Die gute Renneinteilung bescherte mir eine Zielzeit von 6:21:55 Stunden. Damit war ich knapp 20 Minuten schneller und dass sogar bei 3 KM mehr als 2018. Ich hatte im Ziel Gänsehaut wie nach einem Marathon mit Bestzeit 🙂
Hier ein paar Eindrücke von Trail du Petit Ballon
Défi des Seigneurs 74 KM – 2600 HM
Es ist Samstagmorgen um 3:33 Uhr als der Wecker uns lieblos aus den Federn schellt! Buuuhhh…das tat richtig weh aber wir Läufer kennen ja das frühe Aufstehen an den Wochenenden, wenn es in diesem Fall dann doch eher mitten in der Nacht war 🙂 Die Belohnung dafür sollte dafür etwa 12 Stunden später die müde Seele wieder streicheln.
Nach dem erfolgreichen Lauf beim Petit Ballon stand an diesem Samstag der zweite Teil meiner Führjahrs-UltraTrails an. Der Dèfi des Seigneurs mit Start in Niederbronn war vor zwei Jahren mein erster UltraTrail und ist mir so gut in Erinnerung geblieben, dass hier unbeding nochmals starten wollte. Gesagt getan!

6 Uhr kurz vor dem Start 
Im Startblock, gleich geht´s los
Nach kurzer Ansprache im Stadion ging´s pünklich um 6:00h ab auf die Strecke. Ich reihte mich im Gegensatz zum letzten mal etwas weiter hinten in die Läuferschaar ein, um nicht den Fehler zu machen und die ersten paar KM in der Euphorie viel zu schnell zu laufen. Ganz so ideal war das dann aber doch nicht. Der erste Anstieg bis Kilometer 4 bescheerte mir gleich mal viel Gehpassagen, da ein Überholen teilweise einfach nicht möglich war. Dazu kam noch die Dunkelheit und den ziemlich heftige Nebel zu Beginn des Rennens. Sicherheit ging vor. Dennoch lief´s bis zum ersten Verpflegungspunkt bei KM 24 relativ gut für mich. Der Nebel löste sich auf und die durchdringende Sonne brachte eine unheimich tolle Athmosphäre hervor, welche allein schon das frühe Aufstehen und die Fahrt in die Nordvogesen bezahlt gemacht hatten. Gänsehaut pur! In Lembach an der VP1 gab´s Käse, Tuc Tuc Kekse, Salzbrezeln, ein Stück Brot und zwei Becher Coke, dann noch schnell das Wasser aufgefüllt, denn die nächste Verpflegungsstation sollte ja erst wieder in 20 KM kommen.

Die Sonne verdrängt den Nebel 
Einfach herrlich 
…und aufwärts
Im Gegenteil zum Petit Ballon geht es beim Dèfi nicht einmal granatenmäßig hoch und dann wieder runter, sondern ständig mittlere Steigungen hoch und runter. Du kommst hier unweigerlich an einen Punkt wo du einfach nicht mehr bergablaufen willst….die Oberschenkel schmerzen so sehr, dass bergauf eine Wohltat ist :-). Aber gut…die Alternative Stadtmarathon wollte ich ja nicht…Der Zweite Abschnitt des Laufs ist mit der schönste. Man kommt an mehreren Burgen und Festungen aus dem Mittelalter vorbei. Mit die schönste ist wohl die Burg Fleckenstein aus dem 12. Jahrhundert. Man möchte da einfach verweilen aber trotz aller Lockerheit auf beim Trailrunning tickt auch hier die Zeit und meine Ambitionen haben sich zwar verschoben aber sie sind da. Also weiter ging`s. Nach 5 Stunden und 7 Minuten war ich bei Kilomter 44 an der Verpflegungsstelle in Obersteinbach. Einmal durch die Verpflegungsstelle gefuttert, Wasser nachgeladen, ging die Reise weiter auf die letzten 30 KM bis zum Ziel.

Konzentriert aber mit Freude. Bild: Aurel`m Photo 
Feinste Trails, einfach Spass pur 
Bild: Aurel`m Photo
Ähnlich wie beim Petit Ballon gelang es mir das Rennen so einzuteilen, dass ich mich von Kontrollstelle zu Kontrollstelle von der Platzierung immer ein wenig verbessern konnte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich das zwar noch nicht aber in der Nachbetrachtung des Laufs gibt es mir ein richtig gutes Gefühl. Eigentlich alles richtig gemacht! Bis zur nächsten VP war die Disztanz jetzt nur noch 11 KM. Ich versuchte nun einfach so gut es ging dran zu bleiben um am Ende vielleicht noch eine gute Gesamtplatzierung zu erreichen. Aber es wurde schwer. Meine Beine waren plötzlich nicht mehr so frisch wie erhofft. Vielleicht waren die 3 Wochen Regenerationszeit zwischen den beiden Ultras doch einwenig zu kurz? Naja…jetzt zurück wär auch blöd 🙂 also weiter! Die 3. VP in Dambach war erreicht und 55 KM in der Tasche.
Nun ging´s ans Eingemachte. Wie so oft bei solchen Läufen kommt der Monsteranstieg meist am Ende des Rennens, so auch beim Dèfis des Seigneuers. Hinauf auf den Wintersberg! Es geht immer hoch, einfach immer hoch. Immer als ich dachte jetzt bist oben, dann kam noch eine Kurve und noch ein Trail…und und und …ja es war schön aber auch so schön anstrengend. Irgendwann und irgendwie hatte ich es dann aber doch noch geschafft. Wintersberg! Die letzte Verpflegungsstation bei KM 65 und die meisten Höhenmeter waren geschafft.
Noch 9 Kilometer bis zum Ziel und ich war schon 8 Stunden und 5 Minuten unterwegs. Meine Zeit von vor 2 Jahren konnte ich somit nicht mehr erreichen, war mir in diesem Moment und auch jetzt im Nachhineine realtiv Wurscht. Irgendwie hab ich dann auch die letzten Kilometer geschafft. Am Ende spürte ich dann auch meine Oberschenkel nicht mehr…hehehe…einfach mit Vollgas hinunter ins Ziel. Mein Herzblättle Claudi hatte auch dieses Mal wieder die Stellung gehalten und über 9 Stunden ausgeharrt. Die letzten Meter ins Ziel sind dann einfach nur noch Glück, Stolz und die Gewissheit etwas richtig tolles Erlebt zu haben. Diese speziellen Momente wenn du an deinen köperlichen Grenzen angelangt bist und eigentlich aber auch überhaupt nix mehr geht, du aber dann doch irgendwo die Kraft hernimmst weiter zu machen um wenig später wieder in einen Flow zu kommen ….. das ist unbschreiblich. Ultralaufen ist so viel mehr als nur Start und Ziel.

Aktuell hab ich ein paar Tage Laufpause eingelegt um meine Beine wiede ein wenig zu sortieren und etwas runterzufahren. Da aber die nächsten großen Laufspektakel wie zum Beispiel der Keufelskopf UltraTrail Anfang Juni über 78 KM und 300 Höhenmeter anstehen, werde ich ab morgen auch meine Laufschuhe wieder schnüren uns ganz langsam wieder ins „Geschäft“ eingreifen.
Bleibt gesund und habt Spass…..











