IM DUETT – Jokertrail in Heidelberg

Nach einem Kilometer warm up durch die Stadt geht es gleich zu Beginn des Lauf´s die Himmelsleiter zum Königsstuhl hoch

Schon seit 2 Jahren hatte ich den Jokertrail auf meiner Liste doch immer entschied ich mich für den 20er der Rheinzaberner Winterlaufserie. Dieses Jahr war der Start aber von langer Hand geplant. Gemeinsam mit Kumpel Bart (-holomäus) 🙂 wollte ich den Trail im Odenwald laufen. Da wir beide vom Leistungsvermögen sehr nah beieinander liegen, sollte das wunderbar passen.

So ging´s also letzten Samstag in aller herrgottsfrüh von Karlsruhe nach Heidelberg. Kurz nach halb 7 traf ich mit Herzblättle Claudi und Freundin Beate (die beiden machten sich ein paar schöne Stunden in Heidelberg) in der „Lotte“ ein. Wir wurden gleich sehr herzlich von Michael Frenz dem Organisator begrüßt. Man sagt dann bei der Anmeldung seinen Namen und das war`s dann im Prinzip auch schon. Nö, mehr ist wirklich nicht. Keine Startnummer, kein sonstiges Geplänkel, alles sehr unkomplitziert und légère. Bei einem leckeren Kaffe haben wir im gemütlichen Dachgeschoss noch schnell die Taktik besprochen und wenig später ging´s dann nach kurzer Ansprache und Streckeninfos auch schon los.

Vor dem Start mit Bart und Pacer-Legende Thomas Steiner

Nachdem wir also gleich zu Beginn den höchsten Punkt des Rennens erklommen hatten, liesen wir es auf der folgenden bergab Passage über einen schönen Trail ordenlich laufen. Was für ein Spaß! Nur nicht übertreiben es lagen ja noch gute 47 Kilometer vor uns. Das Wetter…mein lieber Herr Gesangsverein…das Wetter…phuuu…besser hätten wir´s nicht erwischen können. Klar morgens noch frisch aber dann wurd´s richtig schön. Unten im Tal noch der Nebel aber oben auf der Höh`…einfach herrlich.

Momente wie dieser sind definitiv Gründe für´s Trailrunning

Die nächsten Kilometer waren recht flowig und nach 12 KM und über 600 bewältigten Höhenmetern trafen wir an der ersten VP bei einer Bäckerei in Zieglehausen ein. Mit einer kleinen belgten Laugenstange und einem Müsliriegel machten wir uns wieder auf den Weg. Der nächste Abschnitt bis zur VP2 bei ca. KM 21 hatte es ebenfalls nochmal in sich. Inzwischen hatte sich eine kleine Gruppe gebildet und die Zeit verflog wie im Nu. Durch das lässige gequatsche mit den Anderen war das alles sehr kurzweilig. Eh wir uns versahen, war auch schon die VP 2 am Langen Kirschbaum in Sicht. 2 Becher Clola und paar Salzbrezeln später, drückten wir wieder auf die Tube und weiter ging´s.

Die meisten Höhenmeter hatten wir inzwischen schon hinter uns, so dass Bart und ich die ersten vorsichtigen Zielzeitprognose ausgaben. Hmmm…eigentlich war das Ausgangsziel unter 6 Stunden zu bleiben, doch inzwischen ging das hier und heute sogar in Richtung 5 Stunden. Es lief einfach gut. Egal wie es ausgehen würde, wir waren jetzt schon begeistert mit soviel Spaß und guten Beinen durchgekommen zu sein. Mit dem Wissen, dass die 2. Hälfte des Laufs etwas „einfacher“ zu laufen ist, drehten wir den Hahn auf den nächsten Kilometer leicht auf.

Über diese gr0ße Wiese bei Wilhemsfeld ging´s nochmals orderntlich bergauf

Bevor es aber über gut 4 KM lang bergab ging kam noch ordentlicher Anstieg über eine monströßen Hang mit herrlischen Ausblick auf Wilhelmsfeld. So langsam aber sicher wurd´s auch ziemlich warm. Ärmel hoch und weiter. Oben angekommen beschlossen wir es jetzt einfach mal laufen lassen. Im 4:30 er Schnitt rollten wir wie im Läuferhimmel hinunter, bis die Herrlichkeit bei KM 32 ihr jähes Ende fand und ein nicht endenwollender Anstieg bis KM 40 uns zurück auf die Erde holte. Nach 4:13 Stunden erreichten wir die VP 3 (wieder Langer Kirschbaum). Die Schleife war geschafft!

„Nur noch ´nen 10er, ab jetzt lassen wir´s scheppern“, sag ich zu Bart. Der winkt ab, weil er weiß was noch kommt :-).

Ich fühle mich noch richtig gut und verabschiede mich von Bart der bergab wegen seines Knies etwas vorsichtiger läuft. Nun ja, mein Vorstoß wurde mehrmals ausgebremst da die Navigation meiner Fenix mich öfter an Weggabelungen im Regen stehen lies. „Baaaaart, wohin?“ rufe ich nach hinten….als der bei mir ist, „links!“ 🙂 Jup….nachdem wir das Spielchen 2-3 mal gemacht hatten beschlossen wir das Daing auch zusammen zu finishen. Auf die 2-3 Minuten kams nun wirklich nicht an. Es hat so viel Spaß gemacht geimeinsam mit Bart zu laufen, da war das Finale im Duett viel wichtiger und schöner :-). Außerdem geht es am Ende auch nicht nur bergab. Ein letzter fieser Anstieg über 1,5 KM hat dann auch „The King of Uphill“ nochmals strahlen lassen. Bergauf ist Bart echt eine Maschine.

Dann aber war´s geschafft. Hinunter nach Heidelberg. Auf dem berühmten Philosophenweg ließen wir es uns nicht nehmen noch ein schnelles Selfi mit toller Kulisse zu knipsen.

Herrlicher Ausblick auf Heidelberg

Schön aber nicht ungefährlich lag nun noch das letzte Stück vom Joker-Puzzel vor uns, der Schlangenweg. Kopfsteinpflaster, Treppen, viele Touristen, die an dem schönen „Frühlingstag“ unterwegs waren, machten den „Abstieg“ nicht ganz einfach. Zum Schluss noch die berühmte rote Ampel und dann aber mit breitem Grinsen ab durch die Altstadt bis in Ziel zur Lotte.

Chill out auf dem Kornmarkt mit ´nem Tannenzäpfle

Nach 5:13 Stunden ging der Blick auf die Uhr und unsere Namen wurden notiert. Ein toller 10. Platz, viele Glücksgefühle, und die größte Urkunde die ich jemals bekommen habe waren am Ende die Summe der Anstregungen. Ok, auf das coole Finisher-Shirt hatten wir uns natürlich auch schon gefreut 🙂

P.S. Danke Bart für´s navigieren 🙂

Ein kurzes Fazit: Ich fand´s richtig cool (bei gutem Wetter sowieso), sehr gute und nette Organisation, entspannte Atmosphäre, schöne Trailabschnitte, alles gut laufbar und nicht zu technisch, gute Verpflegung, Achtung keine Streckenmarkierung (nur GPS -Track wird gestellt).

2 Gedanken zu „IM DUETT – Jokertrail in Heidelberg

  1. Moin Wolle,
    Glückwunsch zum Finish. Da habt ihr ja offensichtlich recht gutes Wetter gehabt.

    Dem Hexer seine Veranstaltungen sind meist recht spartanisch….habe ich gehört. Dafür aber nicht minder schön, hart und anstregend. 🙂

    Grüße in die alte Heimat
    Sascha

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    1. Danke Sascha, ja wir hatten bärenmäßig Glück 🙂 muss man wirklich so sagen. Ich war zum ersten Mal am Start und ich fand´s echt Klasse. Kannst ja mal einplanen für nächstes Jahr 😉

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