Wieder Bock auf Blog – Kurzer Rückblick auf meine Laufabenteuer 2024

Endlich wieder bloggen: Laufabenteuer und Geschichten statt nur Posts und kurze Insta-Storys

Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Déjà-vu, oder vielleicht eher wie ein kleines Comeback: Nach längerer Zeit habe ich endlich wieder bock auf Blog und Beiträge über meine Laufabenteuer zu schreiben. Warum? Weil ich bock drauf habe und auch glaube, dass ein Blog eine gewisse Beständigkeit hat – im Gegensatz zu den 24-Stunden-Storys und kurzen Posts in den sozialen Medien, die schneller verschwinden, als man „Ultramarathon“ sagen kann. Vielleicht ist das altmodisch, aber irgendwie hat es auch Charme, oder? Außerdem ist es einfach für mich – und es ist auch wie ein altes Fotoalbum in dem man „blättern“ kann und zu den Fotos Geschichten hat. Ich freue mich natürlich sehr über alle die meine Geschichten und Erlebnisse hier zukünftig wieder mitlesen.

Also, hier bin ich, wieder da, bereit, euch mit meinen Geschichten von Höhen, Tiefen und allem dazwischen zu unterhalten. Wer Lust hat, ist herzlich eingeladen, mich auch in Zukunft auf meinen Abenteuern zu begleiten. Versprochen: Es gibt Schweiß, Drama und vielleicht hin und wieder sogar ein paar Triumphe. Und falls nicht, gibts vielleicht wenigstens etwas zu lachen.


2024 begann für mich mit einem tollen Laufabenteuer: dem Lake Zuri 100. Ein Rundkurs um den Zürichsee, Start und Ziel in Zürich – und das Ganze bei Bedingungen von Winter bis Frühling und wieder zurück, alles an einem Tag. Schlamm, Regen, Schnee und Sonne? Perfekt. Immerhin laufen wir Ultratrailer nicht, weil es einfach ist sondern weil wir Herausforderungen lieben.

Gemeinsam mit meinem lieben Laufkumpel Patrick hatten wir nach den ersten Kilometern hinauf zum Albishorn unseren Rhythmus gefunden. Zwischendurch herrliche Blicke auf den See, und der Trail forderte uns mit knackigen Anstiegen und rutschigen Passagen. Die Ganze Runde über 110 KM und ca. 3000 HM mit ein paar Verlaufern, war ein rießen Spaß und natürlich mit Hochs und Tiefs gespickt wie sich das halt so gehört.

Nach 14 Stunden überquerten wir die Ziellinie. Kein monströser Rekord, aber für uns beide trotzdem ein kleiner Triumph. Die Kälte, der Regen, das Wetter im allgemeinen hatte uns einiges abverlangt, aber genau das machte das Finish umso süßer. Und ja, die Spaghettis im Zielbereich waren ein runder Abschluss an diesem Tag.

Mai: Witiker Backyard Ultra – Ein bisschen zu viel des Guten

Im Mai gings einmal mehr in Schweiz, es wartete der Witiker Backyard Ultra auf mich (und auch wieder der Patrick :-)) . Das Prinzip mal wieder: Jede Stunde eine 6,7 Kilometer lange Runde, so lange, bis nur noch eine Person übrig ist. Klingt cool, oder? Dachte ich auch – bis ich merkte, dass ich nach 11 Stunden bei meinem inzwischen 13. Backyard einfach mal für eine Weile keine Lust mehr auf das Format hatte. Ungeachtet der tollen Gemeinschaft, des tollen Ausrichters (Carsten Drilling) und der schönen Strecke im Witikon war die Luft dann einfach raus.

Nach vier Jahren und unzähligen Backyards fühlte ich mich wie in einer Endlosschleife – welch Ironie bei diesem Format. Runde eins, Runde zwei, Runde zehn … Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich könnte auch einfach nach Hause gehen und auch dort im Kreis laufen. Nach der elften Runde war Schluss. DNF in the Chair! Diesmal aber wirklich ohne Drama. Es war einfach der Moment, an dem ich wusste: Ich brauche eine Pause und wieder mal etwas Neues. Mit meinem lieben Laufkumpel Patrick hatte ich allerdings wieder einmal eine wunderbar lustige Zeit und leider musste er mein ganzes gejammere stundenlang aushalten, sorry nochmal Patrick 😉

Juli: U2B – Frenkreich, Sonne und ein bitteres Ende

Nach dem verkorksten Backyard wollte ich mir im Juli dann einen echten Straßenultra gönnen: den U2B in Frankreich. 205 Kilometer auf Asphalt, von morgens bis … nun ja, so lange, wie man eben braucht. Die ersten 50 Kilometer liefen gemeinsam mit der Legende Julia Fatton fantastisch. Ich fühlte mich stark, lief locker und dachte: „Vielleicht wird das heute der Gamechanger in Sachen Ultralauf. Ich war gut vorbereitet, gesund und voller Motivation. Mein Herzblättle Claudi machte erneut einen hervorragenden Job als mobile Verpflegungsstation.

Trotz Juli hatten wir glücklicherweise ganz passable Temperaturen aber die Sonne schien und stand hoch oben. Viel Wald aber dennoch war die Sonne stehts präsent. Ich trank, kühlte an kleinen Bächen ab wo es ging merkte jedoch, wie mein Körper langsam rebellierte. Nach 105 Kilometern war der Ofen im warsten Sinne des Wortes aus. Ein Sonnenstich – Knockout! Die Enttäuschung war riesig. Ich hatte trainiert, mich vorbereitet – und trotzdem verloren. Aber hey, so ist das Leben: Manchmal gewinnt halt einfach die Natur. Die Kappe hatte ich warum auch immer viel zu spät aufgesetzt. Cést la vie!

August: Ettlinger Halbmarathon – Die Rückkehr der Freude

Nach der Enttäuschung beim U2B brauchte ich einen mentalen Neustart. Der Ettlinger Halbmarathon kam da genau richtig. Ein „kurzes“ Rennen, keine 100 Kilometer, kein Drama – genau das, was ich brauchte.

Der Halbmarathon fühlte sich wie Urlaub an. Zügiges Tempo, gute Stimmung, paar Höhenmeter, viele Bekannte Gesichter und als Bonus lief ich auch noch eine für mich starke Zeit. Das Beste daran? Die Freude am Laufen war zurück. Es war, als hätte ich den Reset-Knopf gedrückt. Wunderbar 🙂

September: Kandel – Ein Platz auf dem Podium

Und dann kam der Höhepunkt meines Laufjahres: die Deutschen Meisterschaften im 100-Kilometer Straßenlauf in Kandel. Nach all den Rückschlägen wollte ich mir beweisen, dass ich mehr kann. Mit spezifischen Training gut vorbereitet, Kilometer gesammelt, und als ich an der Startlinie stand, fühlte ich mich bereit.

Selten bekommt man es hin dass geplante Renneinteilung am Ende auch aufgeht aber in Kandel habe ich es nach langer Zeit mal wieder geschafft. Die ersten 50 Kilometer lief ich kontrolliert, danach hieß es auf die Zähne beißen um das Tempo zu halten. Auf den letzten zehn Kilometern ging es dann nur noch um den Kampf gegen mich selbst. Aber nochmals biss ich die Zähne zusammen – und es hat sich gelohnt: Nach 9 Stunden und 9 Minuten lief ich als Dritter in der AK 50 ins Ziel. Ein Podiumsplatz bei den Deutschen Meisterschaften! Wow…

Die Emotionen waren überwältigend: Freude, Stolz und ein bisschen Genugtuung nach einigen Tiefschlägen in diesem Jahr. Auch hier hat mir mein Spatzele wieder großartige Dienste an der VP geleistet. Was würde ich nur ohne dich machen.

Ein Fazit mit Augenzwinkern

2024 war wieder mal eine kleine Achterbahnfahrt: Erfolg, Niederlage, Frust, Euphorie, DNF, Treppchen – alles dabei. Es gab Momente, in denen ich dachte, ich sollte das Laufen vielleicht einfach mal eine Zeitlang bleiben lassen. Doch letztendlich hat mich jeder Rückschlag nur wieder stärker gemacht.

Laufen ist für mich nicht nur ein Sport, sondern eine Art, das Leben zu erleben. Und ja, manchmal ist es hart, manchmal absurd – aber auf alle Fälle immer eine Geschichte wert.

Also: Danke, dass ihr mich begleitet habt. Und wer weiß, vielleicht lesen wir uns ja bald wieder – hier im Blog, wo Geschichten länger leben als ein flüchtiger Social-Media-Post. 😉

„Laufen ist mein Leben – aber Schokolade ist mein Treibstoff!“ 🚀🍫

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